Obacht Obdach

Obacht Obdach

Menschen, die auf der Straße leben und betteln, rufen durch ihr Dasein in mir oft gemischte Gefühle hervor. Der Drang, einfach weiter zu gehen, ist groß. Am Besten nicht hingucken, denn was man nicht sieht, dafür kann man auch nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Hin und wieder gab ich mir aber doch einen Ruck und fing ein Gespräch an. Dadurch veränderte sich mein Blickwinkel und ich kam ins Nachdenken. Zum einen lernte ich fast immer sehr freundliche Menschen kennen sowie die oftmals vertrackten Ursachen, die zur Obdachlosigkeit geführt hatten. Zum anderen änderte sich meine Meinung darüber, Obdachlosen Geld zu geben. Man kennt ja den Satz: „Aber nicht für Alkohol!“. Darin steckt der Wunsch zu kontrollieren, dass die milde Gabe auch effizient eingesetzt wird. Dadurch behandelt man sein Gegenüber aber nicht wie einen Erwachsenen, sondern bevormundet ihn. Daher versuche ich wenn ich Geld verschenke, es tatsächlich ein Geschenk sein zu lassen, mit dem der andere machen kann, was er will.

Aus diesen Erfahrungen entstanden dann die beiden Take-Away Karten, die zur kostenlosen Mitnahme an öffentlichen Plätzen geplant sind. Mein Wunsch ist es, Vorurteile abzubauen und Begegnungen zu schaffen.

Abschließend noch ein wenig Namedropping. Jesus sagte einmal: „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen – , das habt ihr für mich getan.“

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Design, Karten, Obdachlosigkeit, Printdesign, Take-Away Karten